"Trockene Augen" am PC

Das häufigste Augenproblem, das durch die PC-Arbeit entstehen oder zumindest verstärkt werden kann, ist die Neigung zum sog. "Trockenen Auge". Diese Erkrankung mit der Fachbezeichnung "Sikka-Konjunktivitis" ist neben einem Brillenwunsch der häufigste Grund für Erwachsene einen Augenarzt aufzusuchen. Aber auch bei Kindern treten gelegentlich die für diese Erkrankung typischen Beschwerden auf. Am häufigsten kommt es zum Brennen der Augen und zu anhaltendem Fremdkörpergefühl ("... fühlt sich an, wie Sand in den Augen"). Viele Patienten bemerken auch, dass ihre Augen vermehrt tränen.

Ein ursächlicher Faktor ist der seltenere Lidschlag, zu dem es leicht durch den vergleichsweise starren Blick auf den PC-Monitor kommt. Normalerweise wird durch den Lidschlag immer wieder aufs Neue ein Flüssigkeitsfilm über die Augenoberfläche gezogen, der bis zum nächsten Lidschlag stabil bestehen bleibt.

Der Tränenfilm hat für das Auge gleich mehrere wichtige Funktionen

  1. Er bildet die eigentliche optische Grenzfläche. Die Oberfläche der Hornhaut ohne Tränenfilm ist keineswegs glatt und würde keine scharfe Abbildung erlauben.
  2. Er dient der Ernährung der Hornhaut. Die Durchsichtigkeit der Hornhaut bedingt es, daß sich hier keine Blutgefäße finden, die sonst überall im Körper als Transportwege für Nährstoffe dienen.
  3. Er dient als Gleitmittel für die Bewegung der Lider über die Augen. Lidschläge erfolgen alle 10-20 Sekunden.

Bei Benetzungsproblemen der Augenoberfläche reagieren Horn- und Bindehaut aufgrund ihrer guten Versorgung mit sensiblen Nerven sehr empfindlich. Bereits kleine Unregelmäßigkeiten oder Aufbrüche im Tränenfilm können dann erhebliche Beschwerden in Form von Brennen, Jucken und Sandkorngefühl hervorrufen. Durch den bestehenden Reizzustand kann es auch zu vermehrtem Tränen kommen. Diese Reizsekretion besteht dann allerdings aus einem stark wässerigen Sekret, dem wichtige Eigenschaften der sogenannten Basissekretion fehlen.

Betroffene sollten zunächst schädliche Einflüsse meiden. Hierzu gehören neben langdauernder PC-Arbeit die Vermeidung des Aufenthalts in Räumen mit Klimaanlagen und die Vermeidung von Zugluft sowie des Luftstroms von Luftgebläsen in Kraftfahrzeugen. Am PC kann bei qualitativ schlechten Röhrenmonitoren auch der Elektrosmog durch das elektrische Feld - vor allem bei geringem Abstand von Bildschirm und Auge - eine Rolle spielen. Allgemein haben ausreichende Flüssigkeitszufuhr und vor allem ausreichender Schlaf eine Auswirkung auf die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden. Bei geringen Beschwerden kann es schon helfen, häufiger bewusst für einen kurzen Moment die Augen zu schließen und zwischen anstrengendem Nahblick auch mal aus dem Fenster in die Ferne zu schauen. Wenn diese Maßnahmen allein nicht zur ausreichenden Besserung der Beschwerden führen, gibt es die Möglichkeit mit sog. künstlichen Tränen, also speziellen Augentropfen, vorübergehende Beschwerdefreiheit zu erzielen.


© 2008 Dr. W. Happe

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